Kautionsfonds für Flüchtlinge

Die Idee Spenden

Die Idee

Wohnraum ist knapp und teuer, für alle Menschen. Für geflüchtete Menschen aber noch einmal mehr – sie haben keinen Zugang zu sozialer Wohnungsvergabe und gefördertem Wohnraum.

Kautionen und Provisionen übersteigen die Mittel um ein Vielfaches.
ZUHAUSE ist ein Kautionsfonds, der als Garantiegeber für Vermieter zur Verfügung steht und im Schadensfall rasch und unbürokratisch die Zahlung der Kaution gewährleistet.

Dieses Projekt wurde konzipiert von Alpine Peace Crossing (APC) – www.alpinepeacecrossing.org
Projektentwicklung und –durchführung erfolgen gemeinsam mit folgenden Organisationen:

spendengutesiegelÜbrigens: Ihre Spenden für dieses Projekt können Sie steuerlich absetzen! APC hat das Spendengütesiegel und ist somit anerkannt gemeinnützig im Sinne der Richtlinien.

Das Projekt im Detail

 

Zielgruppe

Asylwerber*innen und Flüchtlinge mit positivem Asylstatus oder mit subsidiären Schutz.

Vergabekriterien

Dringender Wohnbedarf nach Anerkennung des Asylgrundes bzw. Entlassung aus den Grundversorgungsquartieren. Das betrifft Menschen, die nach Einschätzung der jeweiligen betreuenden NGO in sehr prekären Wohnsituationen sind, und denen die finanziellen Mittel für das Bezahlen der Anmietungskosten am privaten Wohnungsmarkt fehlen. Die Mieter*innen verpflichten sich jedoch vertraglich, während des laufenden Mietvertrages per Dauerauftrag einen monatlichen Solidarbeitrag (vgl. „Risiko“) einzuzahlen und damit selbst das Projekt zu unterstützen bzw. aktiv mitzutragen. Der Solidaritätsbeitrag soll pro Haushalt 5 Euro ausmachen; für jedes weitere Mitglied im Haushalt soll mindestens 2 Euro Solidaritätsbeitrag gezahlt werden.

Finanzierung

Für das Crowdfunding wurde ein Zielbudget von 20.000 € festgesetzt, die Crowdfundingphase ist bereits abgeschlossen.. Überdies werden für die laufende Öffentlichkeits-Kampagne 5.263 € eingesetzt.

20.000 -21.000 Euro werden direkt dem Topf des Kautionsfonds zufließen. Dieser wird mit Beginn der Kampagne durch die Soli-Zahlungen der Mieter*innen laufend aufgestockt. Dadurch ist gewährleistet, dass trotz möglicher Einzelfälle, in denen es notwendig sein könnte, Geld auszuzahlen, auch in Zukunft immer ausreichend Deckung vorhanden ist.

Kautionsfonds

Die Gesamtspendensumme wird bei einer Bank treuhändisch hinterlegt.

Dieser Betrag wird bis zu einem zehnfachen Hebel für Kautionen zur Verfügung gestellt.  Vorerst wird mit einem Hebel von zwei begonnen, die Entwicklung des Fonds wird jeweils in einem sechsmonatigen Intervall evaluiert und der Hebel aufgrund der gemachten Erfahrungen erhöht bzw. adaptiert.

Das Monitoring der Entwicklung des Fonds erfolgt gemeinsam durch die Garantieträger Alpine Peace Crossing, Diakonie und Interface Wien.

Abwicklung

Die Vermieter bekommen von APC eine Garantieerklärung im Namen aller Risikoträger, dass die jeweilige Kaution auf erste Anfrage ausbezahlt wird, sollten die Mieten mindestens zwei Monate in Verzug sein oder andere wichtige Gründe vorliegen, die Kaution abzurufen.

Monitoring

Diakonie und Interface entscheiden autonom über die Vergabe von Kautionen. Für Flüchtlinge Willkommen gilt Folgendes: Flüchtlinge Willkommen wird seine Wohnungssuchenden vor und nach der Kautionsvergabe betreuen, wird sie jedoch hinsichtlich der Kautionsvergabe an die Diakonie Österreich verweisen. Eine Gesamtübersicht über die Kautionsvergaben wird bei der Diakonie Österreich geführt. Die Gesamtübersicht bildet die Grundlage für Hebeladaptierungen auf Basis der gemachten Erfahrungen.

Alpine Peace Crossing (APC) vidiert monatlich die Daueraufträge betreffend den Solidarbeitrag mit entsprechender Rückmeldung an die betreuenden NGOs, sollte es zu Unterbrechungen kommen.

Risiko

Das Risiko an der Transaktion ergibt sich aus dem Hebel (vgl. Kautionfonds), für den eine Risikoteilung zwischen APC und Diakonie Österreich sowie Fonds Soziales Wien (FSW) für Interface vereinbart wird. Dieses Risiko wird wie folgt abgefedert:

  1. Treuhändisch hinterlegte Spendensumme
  2. Solidarbeitrag: die aufgrund von Daueraufträgen einlangenden Solidarbeiträge werden von APC einem Rückstellungsfonds zugeführt, der auch zur Abdeckung allfällig anfallender Kautionsauszahlungen zur Verfügung steht.

Häufig gestellte Fragen

Sie haben aufgrund eines Asylverfahrens in Österreich einen Schutzstatus erhalten?
Sie haben eine Wohnung mit Mietvertrag in Aussicht?
Sie haben nicht genügend Geld für die Bezugskosten Ihrer Wohnung und brauchen Unterstützung für die Kaution?
Sie sind bereit, durch einen monatlichen Solidaritätsbeitrag den APC-Kautionsfonds aufrechtzuerhalten?

Dann könnte eine Mitwirkung beim APC-Kautionsfonds für Sie interessant sein. Dazu müssen Sie sich an eine der Partnerorganisationen wenden und qualifizierte Beratung in Anspruch nehmen. Stimmen alle Voraussetzungen, unterstützen wir schutzberechtigte Flüchtlinge beim Erstbezug einer Wohnung mit dem Kautionsfonds.

Komme ich als Bewerber für eine Kautionsbürgschaft in Frage?

Als Bewerber*innen kommen prinzipiell nur Asyl- und Subsidiär Schutzberechtigte in Frage. Wer noch im Verfahren ist hat einen Anspruch auf Unterbringung und wird nur in absoluten Ausnahmefällen im Rahmen dieses Projekts unterstützt. Alle Bewerbungen werden im Einzelfall geprüft. Außerdem ist natürlich die Bereitschaft der Hausverwaltung bzw. der Vermieter*innen entscheidend, eine solche Kautionsbürgschaft anstelle von Bargeld zu akzeptieren.

Wohin kann ich mich wenden wenn ich eine Kautionshilfe bekommen will?

Diakonie Wohnberatung, Interface Wien, Flüchtlinge willkommen

Ist es egal zu welcher Beratungsstelle ich gehe?

Je nach Zielgruppe der Beratungsstellen werden Sie dahingehend beraten durch Interface Wien (nur Konventionsflüchtlinge) und Flüchtlinge Willkommen (nur Einzelpersonen) und die Diakonie Wohnberatung (keine Einschränkungen).

Wie hoch darf die Kaution sein?

Es werden nur „marktübliche Kautionen“ unterstützt, in der Regel sind das mindestens 3 Bruttomonatsmieten.

Akzeptieren alle Vermieter*innen die Mietbürgschaft von APC?

Nein. Einige Kooperationspartner*innen des Kautionsfonds akzeptieren diese Kautionsbürgschaft aufgrund unser Vorgespräche. Mit den anderen Vermieter*innen und Hausverwaltungen werden wir im Einzelfall sprechen. Wir tun unser Bestes.

Was muss ich dazu beitragen, dass der Kautionsfonds in Zukunft weiterhin funktioniert?

Alle am Projekt beteiligten Flüchtlinge unterstützen den Fonds gleichermaßen durch die Solizahlungen von 5 Euro pro Haushalt und 2 Euro für jedes weitere Mitglied im Haushalt. Die Solidarzahlung ist verpflichtend über die gesamte Dauer der Kautionsbürgschaft angesetzt, im Normalfall wird das die Dauer des Mietverhältnisses sein.

Wie wahrscheinlich ist es, Unterstützung durch den Kautionsfonds zu bekommen?

Leider kann nur eine vergleichsweise kleine Anzahl interessierter Familien und Einzelpersonen eine Kautionshilfe bekommen. Wir werden alle Entscheidungen, die wir dahingehend treffen, begründen.

Gibt es auch Unterstützung für die Provision oder die Miete?

Nein. Weder für Provision noch für Ablöse, Vergebührung oder erste Miete gibt es Unterstützung durch den Kautionsfonds. In erster Linie sollte jedoch immer die Unterstützungsmöglichkeit durch das Sozialamt geprüft werden.

Wann wird das Geld abgebucht?

Das Geld aus den Spenden wird in den nächsten Tagen von Ihrem Konto abgebucht. Für das Crowdfunding wird jedoch die Spendenquittung erst ausgestellt, wenn die Summe erreicht ist. Andernfalls müssten die Spenden wieder zurück überwiesen werden. Dies hat mit den AGBs von Respekt.net zu tun.

Warum werden Flüchtlinge unterstützt und Österreicher*innen nicht?

Uns ist bewusst, dass viele tausend Österreicher*innen große Schwierigkeiten haben, leistbaren und zumutbaren Wohnraum zu finden. Hierbei sind die öffentlichen, aus Steuergeld finanzierten Stellen gefordert. Menschen, die erst kürzlich ein begründetes Bleiberecht erlangt haben, sind mit zusätzlichen Erschwernissen konfrontiert: Im Normalfall haben sie keinen Zugang zu geförderten Wohnungen oder zu Sozialwohnungen. Darüber hinaus sind sie meist allein schon wegen sprachlicher Barrieren in schwächerer Verhandlungsposition gegenüber Vermietern. Unsere Partnerorganisationen haben ihren Fokus in der Arbeit mit geflüchteten Menschen und sind mit spezifischen Kompetenzen ausgestattet: Ausbildung, Berufserfahrung, fachliche und interkulturelle Kenntnisse, Dolmetscher*innen. Die notwendigen Ressourcen für den umfangreichen Beratungsaufwand sind allerdings personell und finanziell sehr knapp und auch durch die Förderbestimmungen eingeschränkt. Wir sind also trotz wesentlich größeren Bedarfs gezwungen, unsere Kompetenzen möglichst Ziel führend punktuell für geflüchtete Menschen einzusetzen.

Gibt es eine Mindestspende?

Prinzipiell Nein. Prinzipiell sind alle Spenden – egal in welcher Höhe – willkommen. Um allerdings den Verwaltungsaufwand, z.B. für die Spendenquittungen, im Rahmen zu halten, halten wir eine Mindestspende von 10 Euro für sinnvoll.

Ist meine Spende steuerlich absetzbar?

Ja. Auf Anfrange bekommen Sie gerne eine Spendenquittung.

Kann ich mir die Person/Personengruppe aussuchen, die ich durch meine Spende unterstütze?

Nein.

Welche Renomées/Kompetenzen haben die beteiligten Organisationen in diesem Bereich?

APC-Alpine Peace Crossing ist eine zivilgesellschaftliche, unabhängige und gemeinnützige Sozial- und Friedensinitiative. Sie wurde 2007 von Ernst Löschner unter dem Ehrenschutz der (damaligen) Staatsoberhäuper Heinz Fischer (Österreich) und Georgio Napolitano (Italien) gegründet. APC trägt das Spendensiegel des OSGS.

Die beteiligten Organisationen Interface Wien und die Diakonie Flüchtlingsdienst haben langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Flüchtlingen. Sie sind im Laufe der letzten 10 Jahre zwei der wichtigsten Systempartner*innen des Fonds Soziales Wien / der Koordinationsstellen der Landesregierung im Bereich der Grundversorgung und Integration von Flüchtlingen geworden.

Flüchtlinge Willkommen ist in Österreich 2015 gegründet worden und genießt seitdem einen wachsenden Stellenwert in der Wiener Soziallandschaft. Das Team von Flüchtlinge Willkommen hat maßgeblich zur Akzeptanz privater Wohnmöglichkeiten im Asylverfahren (vor allem in WGs) beigetragen.

Welche Vorteile habe ich als Vermieter*in von einer Kautionsgarantie?

Einer der wesentlichen Vorteile für Sie besteht in geringeren Kosten und geringerem Zeitaufwand, der für Sie mit der Abwicklung der Kaution verbunden ist. Während das Kautionskonto eröffnet und stetig verwaltet werden muss, müssen Sie als Vermieter*in die Kautionsgarantie im Grunde nur entgegennehmen und sich im Weiteren nicht mehr darum kümmern.

Unser Kautionsfonds geht auch schon auf 1. Anforderung in Leistung, falls die Miete länger als 2 Monate offen bleiben sollte. Im Falle einer Kautionshinterlegung durch den/die Mieter*in könnten sie andernfalls erst bei Wohnungsräumung die Kaution Ihren Forderungen gegenrechnen.

Wir tragen das Risiko in Bezug auf die Ausfallshaftung der Mieter*innen in Höhe der Kaution. Sie können sich also als Vermieter*in darauf verlassen, dass eine ausreichende Kreditwürdigkeit vorhanden ist, denn wir sind Ihre direkten Vertragspartner*innen. Auch hier ergibt sich für Sie als Vermieter*in eine Aufwandsersparnis.

Wer entscheidet, ob eine Kautionsgarantie vergeben wird?

Die Entscheidung wird durch kompetente Teams von Sozialarbeiter*innen von Interface Wien und der Diakonie Wohnberatung unter Berücksichtigung strenger fallbezogener Kriterien getroffen.

Wie kann ich sichergehen, dass ich als Vermieter*in im Bedarfsfall auch schnell und ohne Komplikationen an die Kaution bekomme?

APC-Kautionsfonds hat ausreichende Kapitaldeckung und geht mit ihnen ein direktes, schriftliches, rechtsverbindliches Vertragsverhältnis ein, aus dem klar hervorgeht, dass ein qualifizierter Mietrückstand oder bestimmte weitere Bedingungen zur unmittelbaren Auszahlung der Kaution an Sie führen. Sie müssen also keine Sorge haben, dass es zu Schwierigkeiten kommt. Es gibt zudem bereits etablierte professionelle Mietkautions-Anbieter*innen, die für Geld entsprechende Modelle anbieten.

Was passiert bei einem langfristigen Mietverhältnis, wie lange gilt die Kautionsgarantie?

Die Kautionsgarantie gilt für die gesamte Dauer des Mietverhältnisses, unabhängig von der vereinbarten Laufzeit. APC-Alpine Peace Crossing, die Diakonie Östereich und Interface Wien haben eine Ausfallhaftung vereinbart, die jedenfalls alle Rechtsansprüche abdecken kann und wird, für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Summe des Kautionsfonds tatsächlich ausgeschöpft werden sollte. Diese Haftung wird im Verhältnis von 40% APC, 35% Diakonie Österreich und 25% Interface Wien zwischen uns aufgeteilt.

Wann genau kommt es zur Auszahlung der Kautionsgarantie?

Die Kautionsgarantie wird – ebenso wie eine Barkaution – fällig bei qualifiziertem Mietrückstand oder bei Auszug der Mieter*innen im Falle von mutwillig/fahrlässig herbeigeführten Schäden in der Wohnung und allfälligen weiteren Beschädigungen, die nicht im Zuge der gewöhnlichen Abnutzung der Wohnung abgedeckt sind. Näheres wird im Vertrag genau bezeichnet. Bis das Projekt in die Umsetzungsphase geht, werden die genauen Kriterien noch vertraglich fixiert unter Einbeziehung unserer kompetenten Rechtsabteilung.

Kann ich die Kautionsgarantie vorab einsehen, wenn ich beabsichtige Wohnraum auf diesem Wege anzubieten?

Selbstverständlich! Schicken Sie uns eine kurze Anfrage an wohnberatung.wien@diakonie.at oder info@interface-wien.at und wir werden Ihnen bei Fertigstellung der Unterlagen ein pdf zuschicken, damit Sie das ggf. durch Ihre Rechtsabteilung prüfen lassen können, bevor Sie sich endgültig zur Zusammenarbeit mit uns entscheiden.

Kooperationspartner_innen

Bettina Reiter

Initiatorin des Projekts
Die Idee von ZUHAUSE – Kautionsfonds für Flüchtlinge ist einfach schlau. Garantie für Vermieter und einfacher Zugang zu Wohnraum für Flüchtlinge kombiniert in einem multiplikatorischen System – ich bin begeistert, dabei mithelfen zu können.

Ernst Löschner

Alpine Peace Crossing
Gimme Shelter – das war der Gründungsgedanke von Alpine Peace Crossing für dieses Projekt.

Corinna Geissler

Respekt.net
Was macht ZUHAUSE aus? Geflüchtete Menschen werden zu selbstständigen Bürgern in der Gesellschaft.

Susanne Schaidinger

Interface Wien
Eigener würdiger Wohnraum ist für Menschen, die aus Ihrem Heimatland flüchten mussten, der erste notwendige Schritt, um mit ihren Familien wieder funktionierenden Alltag leben zu können, der Kautionsfonds hilft mit, dieses erste wichtige Ziel zu erreichen

David Zistl

Flüchtlinge Willkommen
Eine Wohnung ist eine Grundvorrausetzung, um sich ein neues Leben in Österreich aufzubauen. Durch den Kautionsfonds wird die Wohnungssuche für geflüchtete Menschen erleichtert.

Christoph Riedl

Diakonie
Flüchtlinge brauchen beim Start in ihr neues Leben Unterstützung. Gerade am Wohnungsmarkt gibt es oft unüberwindbare Hürden. Mit dem Kautionsfonds können wir hoffentlich viele Menschen unterstützen, dennoch eine Wohnung finden zu können.

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